Leider hatte ich mir bereits zu Anfang der Reise ein handycap zugezogen : Muskelfaserriss im Bein?! Nachdem die ersten Tage mehr schlecht als recht verliefen hatte ich nur noch ein Ziel : ich möchte den Rest der Gruppe bei ihrer Canyonwanderung begleiten und mit ihnen zusammen im Canyon übernachten. Irgenwie musste also eine Lösung her. Den Abstieg in den Canyon würde ich mit dem Bein nicht schaffen. Zwar konnte ich inzwischen wieder gut humpeln, aber einmal wegrutschen und es wäre wahrscheinlich wieder vorbei gewesen. So festigte sich bei mir der Entschluss : andere Beine müssen her. Da meine zwei nicht mehr reichten, warum nicht 4 ausborgen: ich ließ mir also für die "Wanderung" ein Muli reservieren da Lastenesel sowieso mitkamen, die Strecke also geeignet sein müsste !
Auf der Farm stehen schon die Lastenesel für das Gepäck bereit. Auch einige Mulis dösen - bereits gesattelt - unter den spärlich vorhandenen Bäumen. Kühe sieht man wenig, eher Ziegen, da die Vegetation doch recht bescheiden ist. Niedriges Gestrüpp, kaum Weidemöglichkeiten und natürlich überall Kakteen, dies ist alles. Später erzählte mir einer unserer lokalen Führer, daß Kühe hier nur durch den Kauf von Zusatzfutter gehalten werden können. Selbst Ziegen sind hier schon in der Dürrezeit mangels Nahrung gestorben, was bei diesen Überlebenskünstler schon was heissen will. Die Ziegen liefern hier die Milch für den überall auf der Baja zu findenden Ziegenkäse. Selbst ich als nicht-Käse-Esser erliege diesem Geschmack. Neben der Viehhaltung verdienen sich die Leute von San Francisco de la Sierra - einem Ort im Nirgendwo in den Bergen der Baja - ihren Unterhalt mit Tourismus und Führerdiensten für Geologen und andere Wissenschaftler. Daher hat auch jeder von ihnen ein paar Lastenesel und Mulis. Einen Wettkampf über die Preise gibt es hier nicht, da diese vom Bürgermeister festgelegt werden. Gut so, sonst würde wahrscheinlich bei dem Angebot von Begleitern wenig Lohn übrigbleiben.
Nachdem wir uns ein wenig umgesehen haben, helfen alle beim Entladen unseres Bullis. Bereits den Abend zuvor hatten wir
alles zusammengepackt, was mit in den Canyon sollte. In Müllsäcken und Taschen hatte jeder seine paar
Habseligkeiten für die nächsten Tage gepackt, nicht zu vergessen Schlafsack und Matte. Dazu kommen noch die
Kisten und Kästen für Zelte, Campingutensilien - inklusiven Luxus wie Tische und Stühle - und die
Essensvorräte. Ganz wichtig natürlich : die Getränke ! Es ist heiss und da werden wir bestimmt sehr froh
sein, den Cooler mitzuhaben. Nachdem ein beachtlicher Haufen zusammengekommen ist, wird der Rest im Bulli verstaut.
Dieser bleibt nun einige Tage verweist auf der Farm zurück.
So, nun wird es für die anderen ernst. Jeder packt sich seinen daypack und dann winken sie mir noch einmal zu.
"Wir sehen uns unten !" Na dann, "gutes Wandern für euch." Ich bleibe zurück. Gut, daß ich ein wenig
Spanisch kann, denn keiner hat mir gesagt, wie es denn nun ablaufen soll.
Erst einmal teilen Angel, Ramon und Laurelio unseren Gepäckhaufen in kleine Portionen. Es werden zwölf Stück …. und nun geht die Diskussion los. Eigentlich wollten sie maximal 10 Esel mitnehmen, also dürfen es nur 10 Packen werden. Nach einigem hin und her sind es endlich nur noch 10 auch ohne etwas beseite zu legen. Auch ihre eigenen Sachen haben dabei einen Platz gefunden. Jedoch nimmt nur einer von ihnen ein Zelt mit. Na ja, sie leben hier und brauchen es wohl nicht.
Jetzt wird ein Esel nach dem anderen geholt und bepackt. Vorsicht frage ich, ob ich Fotos machen darf. "Klar doch, nur zu" antwortet Angel. Das lass ich mir nicht zweimal sagen.
Fleissig protokolliere ich nun die Arbeiten und beobachte, wie ein Esel nach dem anderen bepackt wird. Gut, daß ich
nicht so viel schleppen muss !
Ein kleines Mädchen kommt neugierig näher und leistet mir beim Warten
Gesellschaft. Dann zeigt sie auf Angel, der gerade ein weiteres Muli sattelt. "Das ist für dich." Aha, nun wird es
also ernst. Angel kommt herüber und fragt mich nach meiner Erfahrung. Reiten würde ich meine Fähigkeiten
nicht nennen, aber erfolgreich auf einem sitzen kann ich wohl. Bereits in den Anden und auf Galapagos waren wir schon
zu Pferd unterwegs. Auch damals ging es über schmale Grate und felsige Ecken, also wieso sollte es hier anders
werden.
Nachdem ich aufgestiegen bin schnallt Angel meinen daypack noch hinter den Sattel. Einen solchen Sattel hatte ich noch
nie gesehen. Vorne ist er in einer Art T konstruiert, so daß die Beine richtig eingerahmt werden. Der Sattel ist
ungewohnt weit hinten aufgelegt und wird mit zwei statt des gewohnten einen Sattelgurtes gehalten. Ein ganz neues
Gefühl, aber trotzdem, ich ahne noch nichts Schlimmes …
Auch Angel, Ramon und Laurelio steigen nun auf. Es sieht toll aus, wie sie erst einmal ihre Beinkluft überziehen
und dann aufsteigen. "Richtige gauchos" sage ich. Angel korrrigiert mich, hier heisst es vaqueros, nicht gauchos, was
ebenfalls Kuhhirte bedeutet. Er ist stolz, daß ich beeindruckt bin und zeigt gleich, welches Feuer in seinem
Mulihengst steckt.
Nun treiben "meine" vaqueros die Esel voran. Es geht wirklich los ! Ein unbepacktes Tier kommt auch mit.
Ich fühl mich schon ganz wohl in meiner Haut, als der erste "Steilhang" kommt. Mit voller Wucht knallen meine
Oberschenkel in den "T-Bereich" des Sattels. Aha, dafür ist der Sattel so geformt; das ist die Notbremse damit man
nicht nach vorne absteigt. Mein Fehler war, daß ich mich nicht fest genug in die Steigbügel gestellt
und mich auch zu wenig nach hinten geneigt hatte. Angel ist sofort da und erklärt es mir. So so, er ist also mein
Babysitter. Die ersten blauen Flecke habe ich somit schon weg und so stark entlasten wie ich dachte kann ich das Bein
auch nicht. "Es wird wohl eine der schlimmeren Ecken gewesen sein" denke ich und freue mich auf eine kurze gerade
Strecke, in der ich sogar Zeit zum Fotografieren finde.
Nach einer Weile machen wir einen Stopp und die Gepäcksättel der Esel werden noch einmal festgezurrt.
"Galarias de Santa Teresa" steht auf einer Karte. Wir sind nun am Canyonrand angekommen. Ein Blick nach vorne zeigt
keinen Weg. "Hier kann es nicht hinuntergehen, dazu ist es zu steil" denke ich noch, als die Eselchen auf einem schmalen
Pfad den Abstieg beginnen.
Was nun folgen sollte, hatte ich mir so nicht vorgestellt. Immer am Abgrund entlang, teils auf schrägen Steinplatten,
teils direkt Richtung Abgrund, nur um knapp vorher doch noch abzubiegen geht es hinunter. Gut, daß das Muli sehr
ruhig und aufmerksam ist. Immer wieder denke ich "bitte nicht geradeaus" oder "was passiert, wenn das Muli einfach
steil den Abhang hinuntergeht". Schon so brauche ich volle Konzentration. Das Gefühl, wenn das Muli ruckartig
mit beiden Vorderbeinen nach vorne "springt" werde ich so schnell nicht vergessen. Immer wieder knallen meine
Oberschenkel hart gegen den Sattel, bis ich den Dreh endlich raus habe. Keine Strecke für unsichere ungeübte
Reiter !
Es ist heiss und langsam bekomme ich zu allem Überfluss auch noch Durst. Dann darf ich absteigen und zu Fuß
gehen. Hier ist es auf dem Muli zu gefährlich erklärt mir Angel und ich bin froh darüber. Zeit, um etwas
zu trinken und die Beine zu entspannen. Daß ich eventuell ausrutschen und dann nicht mehr laufen könnte, die
Idee kommt mir erst beim Zurückblicken am nächsten Tag. Ausgerechnet auf dem zu-Fuß-Stück
überholen wir nun den wandernden Teil der Gruppe. Johannes ist schon besorgt, bis ich munter wieder auf das Muli
aufsteige. Nein, es war nichts passiert, keine Sorge !
Nun geht es weiter. Langsam denke ich "ich will nicht mehr". Warum gibt es auf dem ganzen Stück keine einzige kleine Strecke zum Ausruhen mehr ? Doch dann kommt die Talsohle in Sicht. Wir sind da ! Trotz schmerzender Beine mache ich mich nützlich. Die vaqueros entpacken die Esel.
Etliche Esel wälzen sich sofort im Sand. Einer kann aber nicht warten und wälzt sich inklusive des
Gepäcks. Ich packe ein paar Campingstühle aus, damit die anderen sich schon mal setzten können wenn
sie ankommen. Danach gönne ich mir eine kalte Coke aus dem Cooler. Wie erfrischend !
Einige Zeit später kommen auch die anderen "um die Ecke". Nun sind wir wieder komplett. Auch ihnen hat die Hitze
zu schaffen gemacht, aber alle haben wacker durchgehalten.
Nach dem Anfangs-Hallo schnappt sich jedes "Päärchen" sein Zelt und beginnt mit dem Aufbau. Da ich "nur" zu
Muli unterwegs war, biete ich meine Hilfe beim Abendessen-Kochteam an. Nein, heute ist es keine Freude zu kochen, aber
alle haben Hunger.
Mein Abenteuer auf dem Muli zieht nun noch einmal vor meinem inneren Auge vorbei. Meine über handteller großen blauen Flecken an den Oberschenkel sagen mir irgendwie, daß ich etwas falsch gemacht habe. DieSteigbügel sollten länger sein als beim Reiten in Deutschland, da man bergab am besten in den Steigbügeln steht und trotzdem fest gegen den Teil des vorderen Sattels gedrückt sein sollte. Dies hatte ich zuvor nicht gewusst. Dann habe ich mich bestimmt hin und wieder nicht genügend weit zurückgelehnt, aber bei mehrstündiger Tour lässt die Konzentration wahrscheinlich bei jedem auch mal nach. Ansonsten war es gar nicht mal so schlecht. Angel sitz neben mir und ich frage ihn, ob sich alle so "schlimm" angestellt haben wie ich. Er sieht mich an und meint : nein, ich hätte das prima gemeistert. Andere sind sogar über den Hals des Mulis abgestiegen und mussten verarztet werden. Einer hätte sich sogar ein kleines Stück vom Ohr abgerissen. Kein Wunder, rechts und links des Weges haben uns allerlei Kakteen inklusive der mächtigen Cardons auf dem Weg begleitet. Ich war bereits am Anfang schon neidisch auf den Beinschutz der vaqueros gewesen, hatte ich doch ab und zu ein paar Kakteenstachel im Bein. Wenn man hier Pech hat, kann ich mir gut vorstellen, daß es blutende Wunden gibt.
Nun fällt mir auf, daß ich trotz anstrengendem Ritt die Strecke hinunter genossen habe. Die Sichten waren grandios und das Abenteuer spannend. Nein, bereuen tue ich den Ritt nicht, auch wenn ich ihn nicht gleich wiederholen würde.
Am nächsten Tag stand eine Wanderung im trockenen Flußbett und zu den Höhlenmalereien an. Angel kommt
herüber und fragt, ob ich die Flußbettwanderung nicht auf dem Muli mitmachen wolle. Ich bin begeistert, komme
ich doch so auch überall mit hin. Ein Tag allein im Camp ist bestimmt weniger schön und was kann schon
passieren, schließlich sind wir ja schon unten im Canyon. Die Wanderungen zu den Höhlenmalereien selbst
werden ich allerdings nicht mitmachen können, da es hier wieder bergauf/bergab geht und es für Mulis nicht
geeignet ist.
Auch so komme ich um einige An- und Abstiege nicht herum, da daß Flußbett nicht immer für
Mulis taugt. Nachdem ich gestern alles gut gemeistert habe werde ich heute leichtsinniger und muss mich dann doch
einmal am Hals des Tieres festhalten, um nicht noch ungewollt abzusteigen. Um die Sichten von oben auf die wandernde Gruppe unten beneiden mich einige später - klar, vor allem wegen der Gelegenheiten zu fotografieren -.
So bitte ich Angel, an einer geeigneten Stelle eine kleien Fotorast einzulegen.
Die Wanderung ist schön. An den Hängen haben sich malerisch die Lastenesel verteilt, die nur an den
Vorderbeinen gefesselt sich frei bewegen dürfen. Cardons und Palmen wachsen hier und die Sonne lässt alles
in einem tollen Licht erstrahlen.
Die anderen schlagen nun endgültig einen anderen Weg ein und wandern nun zu der ersten von 3 Höhlen.
Ich lasse das Muli zurück und gehe - begleitet von Ramon - zu einem kleinen Pool, an dem wir uns wieder treffen wollen.
Angekommen bastelt er mit einigen Stöckchen und Steinen unseren Wasserhahn in der freien Natur. Das Quellwasser
kann hier ohne Bedenken getrunken werden.
Wir machen es uns bequem. Nachdem die andern auch angekommen sind, begleite ich die Mutigen zum Pool. Nun - imBadeanzug - kann jeder meine blauen Flecken sehen, denn zum Verstecken sind sie viel zu groß. Das Bad ist kühl und macht Spaß. Ganz zum Schluss bekommen wird mit : hier gibt es Blutegel. Egal, wir lassen uns von so etwas doch nicht abschrecken !
Die andern begeben sich nun auf den Weg zu Höhle Nummer zwei und drei. Obwohl ich nicht direkt bei der Höhle
war, hatte ich mit dem Fernglas Gelegenheit, die ersten beiden Höhlenmalereien auch vom Flußbett aus zu
betrachten. Ein paar Wanderer schliessen sich mir nun an, da sie genug vom krakseln haben. Auch wir müssen noch
mal einen Pfad hoch, können dann aber im Flußbett weiterwandern. Die anderen treffen wir erst später
wieder. Es gab eine Gruppe, die alle Höhlen besucht hat, eine weitere, die nach Höhle 2 bereits den
Rückweg eingeschlagen hat.
Tag Nummer 3, es geht wieder hinaus aus dem Canyon. Alle Wanderer hatten den Ehrgeiz, frühzeitig loszugehen. Die Sonne kann hier ganz schön heiss sein und dann sollte schon ein gutes Stück des Weges geschafft sein. Hoch diszipliniert und motiviert treffen sich also alle beim frühen Frühstück. Nach dem Spülen, Packen der Ausrütung und Abbauen der Zelte ist es nun wieder soweit. Die Gruppe maschiert los. Wieder einmal bleibe ich zurück, allerdings werde ich diesmal von einigen beneidet, muss ich mich doch nicht selbst den Berg hochquälen sondern werde von einem Muli getragen.
Angel, Ramon und Laurelio gehen los, die Esel zu suchen. Relativ schnell sind sie wieder da. Doch
irgenetwas stimmt nicht ! Es sollten 11 Esel sein, ich sehe aber nur 10. Laurelio macht sich ein weiteres Mal auf die
Suche. Nun verstehe ich auch die Aufteilung; jedem vaquero gehören 3-4 Esel, die mit in den Canyon gekommen sind
und jeder ist für seine Tiere zuständig, sowohl beim Suchen als auch beim Packen. Wir warten noch ein wenig
und fangen dann wieder das Päckchen-Spiel an.
Es müssen 10 Packen gebildet werden für 10 Esel. Ich mache
mich nützlich und halte Säcke auf, hole Sachen, alles so gut wie es mit dem verletzten Bein geht. Angel ist
verwundert, es sind mehr Gepäckstücke vorhanden als beim Hinweg. Aha, einem war sein Tagesgepäck zu
schwer geworden. Nachdem wir auch für dieses Extragepäckstück einen geeigneten Platz gefunden haben geht
es daran, die Esel zu bepacken. Ich hatte beim ersten Mal gut aufgepasst und konnte mich nützlich machen. Ramon sieht
mich erstaunt an, als ich mit Gurten ankomme und beim Festzurren der Gepäcksättel mithelfe. Hier ein scheues
Eselchen festhalten, daß zur Beruhigung die Augen verdeckt bekommt, da einen Sack oder Gurt anreichen, das sind
sie nicht gewohnt. Wir seien schon eine nette Gruppe meint Angel. Keiner wollte eine Sonderbehandlung und alle helfen mit.
Das wäre ihm auch bei den anderen Camparbeiten schon aufgefallen. Ich glaube, er hat da wirklich recht. Auch ich
finde die Truppe - abgesehen von dem einen oder anderen verständlichen Gruppenkoller - besser als andere Gruppen,
mit denen wir schon Erfahrung gesammelt haben.
Laurelio hat inzwischen die Suche nach seinem Esel aufgegeben. Entweder er findet ihn beim nächsten Mal oder er ist ein für alle Mal verschwunden. Angel erzählt, daß es auf der Baja noch Pumas gibt und ab und zu ein Vieh gerissen wird. Hoffentlich nicht das Eselchen. Aber wer weiß, solche Geschichten sind meist Geschichten, wie man sie sich abends am Lagerfeuer erzählt. Ob es heute hier in dem besiedelten Gebiet noch Pumas gibt …. ich weiß es nicht.
Bald darauf sattelt Angel "mein" Muli Camelita. Wir werden mit Angels Eseln schon mal vorreiten, da bekanntlich Touristen immer etwas länger brauchen. Auf dem Weg sollten uns allerding Ramon und Laurelio nicht mehr einholen. 4 Esel, ich und dann Angel, so starten wir. Schnell merke ich, daß aufwärts reiten erheblich einfacher ist. Die reinste Erholung, wenn nicht ab und zu mal eine Strecke auch wieder abwärts ginge. "Komisch" muss ich denken "ich bin froh wenn es nicht abwärts geht, die wandernde Gruppe ist wahrscheinlich eher froh wenn es auch mal abwärts geht." Ja, ich erlebe die ganze Canyonwnderung bestimmt sehr unterschiedlich zu der wandernden Gruppe. Auf dem Weg zum Canyonrand bemerke ich, daß es eigentlich immer ein paar kleine Strecken zum Entspannen gibt. Wieso habe ich die beim Ritt in den Canyon eigentlich nicht bemerkt ?
Der Ritt ist schön. Es macht Spaß zu sehen, wie sich die Eselchen ihren Weg nach oben suchen. Ab und zu reicht Angels Stimme zum Antreiben nicht aus. Nun hat er das Problem, daß ich zwischen ihm und den Eseln bin. Also treibe ich den mir am nächsten stehenden Esel mit einem schwachen Schlag mit den Zügeln an. Angel nickt mir zu, es scheint also seine Zustimmung zu finden.
Erst am Canyonrand mit dem Schild "Galarias de Santa Teresa" holen wir die Wandergruppe ein.
Ich bin beeindruckt, wie schnell sie bis hierher gekommen sind.Mit einem Hallo werde ich begrüßt und muss
als Fotomotiv herhalten. Mulis und Eselchen sind inzwischen nassgeschwitzt. Wir leisten der rastenden Wandergruppe
keine Gesellschaft und machen uns auf, die Ebene bis zum kleinen Aufstieg kurz vor der Farm zu durchqueren.
Es ist fast wie in einem Schaukelstuhl zu sitzen, so einfach. Angel und ich versuchen noch ein Gespräch (ich sollte
mein Spanisch unbedingt mal wieder auffrischen !) und dann kommen wir zur ersten bewohnten Farm .
Hier sollten die anderen später mit Getrännken versorgt werden. Wir holen noch zwei Esel ab und sind dann auch schon
am Ziel angekommen. Schade, ich hätte heute noch endlos weiterreiten können. Dieses Land ist wunderschön
und die Perspektive vom Rücken eines Mulis bietet tolle Sichten.
Den ganzen Tag hatte ich was zu tun gehabt, nun blieb mir nur noch, mich im Schatten auf eine Kiste zu setzen und dem
geschäftigten Treiben auf der Farm zuzusehen. Es hiess, die Esel von ihrer Last zu befreien, die Mulis zu tauschen,
da Camelita Laurelio gehört und dieser ein Tier von Angel geritten hatte.
Ich hätte nun gerne schon das Gepäck in den Bulli geladen, aber unser Reiseleiter hatte mir den
Autoschlüssenl nicht geben wollen. Schade, so hätte ich die anderen doch ein wenig entlasten können.
Mir wird das Warten auf die Gruppe ein wenig lang, da leistet mir Angel wieder Gesellschaft. Wir reden noch ein wenig
über das Leben hier.
Dann kommen die anderen. Nach ihrer Getränkepause scheinen sie schon wieder einigermassen frisch zu sein, so
daß bald nach ihrer Ankunft auch schon der Bulli beladen wird.
Ein tolles "Abenteuer", diese Canyonwanderung und ich bin dankbar, daß ich mit konnte.