Der Anfang : Santiago
Santiago, Hauptstadt Chiles, hoch in den Anden, dies ist unser Startpunkt. Die Luft ist dünn und wir müssen
uns gut gegen die Sonne schützen. Schon ein kurzer Aufenthalt im Schwimmingpool führt zum Sonnenbrand.
Morgens ist es angenehm und wir nutzen die Zeit zum Erkunden der Stadt, nachmittags wird es heiß und der starke Autoverkehr
verschlechtert die Luftqualität erheblich. Gut, dann in einem der hochgelegenen Hotel Unterschlupf finden zu können.
Dieser Rythmus ist der perfekte Start der Reise, da wir uns nun an das Klima gewöhnen.
Santiago ist auch die Stadt des Weins. Direkt an der Stadtgrenze und in der näheren Umgebung wird Wein mit uralten
Rebstöcken angebaut. Diese Rebstöcke sind keine Stecklinge sondern sind wirklich aus dem Samen gezogen. Wer kennt den
auch bei uns verkauften chilenischen Wein nicht ! Ein Grund für uns einen Abstecher in das Weingut ........ zu machen. Die Besichtigung
der Weinkeller ist beeindruckend. Der Zement ist hier mit Eiern verrührt (wieso verdirbt so etwas eignetlich nicht ?) und die einzelnen Gänge
der Weingewinnung sind gut dargestellt.
Wir lassen uns die Gelegenheit zu einer Weinprobe nicht entgehen. Doch da gibt es ein Problem : Wer in Deutschland schon einmal
eine Weinprobe mitgemacht hat, der hat das Brot bestimmt geschätzt, das zwischen den verschiedenen Weinen gereicht wird. Hier standen
wir nun allerdings vor einer Theke und kein Brot in Sicht. Hätten wir doch nur welches mitgebracht !
Hinter den mittleren Anden-Cordilleren liegen die Urlaubszeile der Santiago'er. Die Badestadt Viña del Mar am Sandstrand lockt nicht nur mit dem Meer sondern auch mit einer für (chilenischen) Tourismus geschaffenen Infrastruktur. Für uns ist die benachbarte Hafenstadt Valparaiso jedoch die Attraktion. Mangels Platz ist diese Stadt steil am Hang gebaut. Zu den oberen Etagen führen Lifte wie Fahrstühle und am Strand liegen die Fischerboote. Von einem Ortskundigen lassen wir uns durch das enge und steile Straßengeflecht der Stadt führen.
Weiter geht es per Flugzeug nach Punta Arenas, unser Ausgangspunkt für die chilenische Pampa.Am Flughafen holt uns unser Fahrer, George, ab. Auf Schotterstraßen geht es in die Pampa. Unterwegs sehen wir Choique - Darwin Nandus - und andere Tiere. Je mehr wir unserer Begeisterung freien Lauf lassen, desto mehr taut George auf. Bald schon erzählt er uns alles über die Natur und die Menschen. Natürlich verständigen wir uns auf Spanisch. Die meisten Chilenen sprechen kein Englisch, Deutsch ist da schon wahrscheinlicher. Wir bereuten es auf unserer Reise jedoch nie, vorher Spanisch gelernt zu haben. Nie hätten wir soviel vom Land erfahren, wie mit diesem kleinen Sprachvorteil der viele Türen öffnete.
Die Landschaft der chilenischen Pampa wird von Grasbüscheln geprägt, die mit Büschen und kleinen Baumgruppen durchzogen sind. Höhepunkt ist der Nationalpark "Torres del Paine" - eine grandiose Landschaft mit Bergketten und Hügellandschaften, Gletscherseen und weiter Pampa. Der Torres del Paine NP ist bekannt als Rückzugsgebiet für viele Tiere. Guanako- und Vicuñaherden ziehen uns in ihren Bann. Diese grazilene lamaartigen Tiere kommen mit der kargen Landschaft gut zurecht. Auch Adler, Caranchos (Caracaras) und Ibisse trifft man hier. Später hatten wir sogar das Glück, den König der Lüfte am Himmel seine Kreise ziehen zu sehen : den Kondor.
Mitten im Torres del Paine NP liegen die Tres Torres, eine Herausforderung für jeden Wanderer und Trekker.
Über Hügel, feine Lavasandhänge und große Geröllhänge klettern wir zur Lagune am
Fuße der Tres Torres. Vorsicht, wer diese Wanderung macht sollte von der Hosteria in der Nähe entweder sehr früh aufbrechen oder
am Fluß in dem provisorischen "Camplager" ungefähr auf Hälfte des Hinweges campen. Leider wussten wir dieses nicht und gingen
- da wir erst in der Hosteria einchecken mussten - zu spät los. Der Rückweg wurde dadurch eine Art Wettlauf mit dem Sonnenuntergang,
denn schließlich galt es ganz in der Nähe der Hosteria noch einen steilen Hang hinabzusteigen. Natürlich hatten wir auch keine Taschenlampe
dabei ! Zu guter Letzt ging uns auch noch der Proviant aus (Essvorräte sind wichtig, klares Wasser kann man unterwegs von den Bachläufen immer
wieder erhalten). Trotzdem, als wir am Abend zurück in der Hosteria waren, die extra für uns den Kiosk noch einmal öffnete waren wir uns bei Schokolade und Cola
(anders war die Energie nicht schnell wieder aufzubauen) einig : wir würden es immer wieder tun. Torres del Paine, wir kommen wieder !
Nach Argentinien
Die nächste Station unserer Reise führt uns in die argentinische Pampa. Ein wenig imposantes ofizielles Gebäude, ein Kiosk, ein Zaun, das war alles was den Grenzübergang für uns erkennbar machte. Nun wechselten wir auch Fahrzeug und Fahrer. In der letzten Zeit war es immer wieder vorgekommen, daß Touristen nicht im Mietwagen die Grenze überschreiten durften, bzw. chilenische Fahrer an der Grenze umkehren mussten. Die kleinen Streitereien der Politiker werden an dieser Grenze eben auf die Touristen abgewälzt (Anmerkung: das dürfte sich inzwischen geändert haben). Dies war für uns am Anfang auch der Grund, einen Fahrer + Fahrzeug zu nehmen und keinen Mietwagen. Unsere angenehmen Tage mit George haben uns gezeigt, daß viel mehr für diese Variante sprach als anfangs angenommen.
Mit Argentinien kommen wir in eine andere Welt, nicht landschaftlich jedoch kulturell. Nach kurzer Zeit geben wir auf, daß argentinische Spanisch verstehen zu wollen und sprechen englisch. Auch das Frühstück am nächsten Tag war ungewönlich. Tostados = verbrannter Toast und - für uns - ungenießbarer Kaffe. Doch die Landschaft ist begeisternd schön.
Der Nationalpark "Los Glaciares" bietet den ca 35 km langen und 4 km breiten Perito Moreno Gletscher. Hier ist es windig; ab und zu brechen Stücke vom Gletscher ab und stürzen mit Getöse in das Wasser. Dieses Schauspiel hält uns in seinem Bann. Auch der Lago Argentino bietet Gletscher: Upsalla, Onelli und Spegazzini. Mit einem Katamaran kann man sie erkunden. Leider haben sehr viele Reisegruppen diese Idee. Hatten wir zuvor nur Gleichgesinnte getroffen, so sind hier Touristen mit unterschiedlichsten Interessen zusammengewürfelt. Über den Lautsprecher berieseln uns die Kommentare in verschiedensten Sprachen. Doch eines bleib allen gemeinsam: die Begeisterung für die Gletscher.
Mit der offiziellen Buslinie geht es zu einer weiteren beeindruckende Landschaft, dem Fitz Roy bei El Chalten.
Bergmassive mit offener Landschaft und Wäldern werden bewohnt von Großsittiche und dem Specht.
Man kann diese Landschaft erwandern oder per Pferd erkunden. Wir entschliessen uns für ersteres.
Nach diesen grandiosen Landschaften geht es nun in eine Gegend, mit der viele Abenteuer und das Ungewöhnliche verbinden : Feuerland. Erreichbar ist dieser Zipfel Südamerikas mit dem Flugzeug. Ushuaia ist unser Ziel.
Von hier aus fahren Kleinbusse in den Feuerland NP. Die Gegend ist vom rauhen Klima geprägt. Bäume tragen kleine Blätter und sind vom Wind in ihre Form gepeitscht. Eine kleine Skizze gibt Auskunft über die Wege im Nationalpark. An mehreren Stellen kann man sich vom Bulli zu einer vordefinierten Zeit "aufsammeln" lassen, um zurück nach Ushuaia zu gelangen. Die Skizze ist allerdings nicht maßstabsgerecht ! Gerade Strecken sind stark verkürzt dargestellt, es empfiehlt sich also, sich vorher nach der Streckenlänge bzw dem Zeitbedarf für eine Strecke zu erkunden. Ansonsten passiert dann das, was uns zum Schluß passiert ist : joggen zur Bushaltestelle !
Von Ushuaia aus unternehmen wir noch weitere Ausflüge. Per Sessellift und anschliessender Wanderung gelangt man zum Martial Gletscher. Auf unserem Weg dorthin schneite es. Das war ein toller Anblick aus dem Sessellift heraus Ushuaia und Umgebung bei Schneefall zu erleben. Ein Höhepunkt des Ushuaia Besuchs ist sicherlich die Fahrt auf dem Beagle Kanal : Neben der vom Wetter geprägten Landschaft begegnen uns auf kleinen Inseln Magellanpinguine, Seelöwen und Kormorane. An Bord wird heiße Schokolade verkauft. Wir waren verdutzt, als wir bemerkten, wie diese zubereitet wird : ein Stück Schoko wird mit heißer Milch übergossen. Es schmeckt aber gut und bei dem kalten Wetter hilft ein solches warmes Getränk immer.
Von Feuerland wieder wegzukommen erwies sich dann als schwierig. Der Flug war ersatzlos gestrichen. Es gab nun keine Direktverbindung nach
Rio Gallegos mehr und wir tüftelten eine Ersatzroute über Rio Grande aus. Unser Ziel in Argentinien ist Comodoro Rivadaria in der Erdölgengend .
Unser neuer Fahrer und Guide begrüßt uns bereits am Flughafen.
Wir wollen mit Abstecher in einem kleinen Dorfmuseum in Sarmiento am nächsten Tag den
bosque petrificado besuchen, den versteinerten Wald. Na ja, "Wald" ist das nicht, aber beeindruckend große versteinerte Baumstämme sind in
der Gegend und den Sandhügeln verteilt zu finden. Diese Baumstämme entstehen, wenn sich der "echte" Baum auflöst und an seine Stelle
Mineralien treten. Ein interessanter Ausflug mit farbenfroher Kulisse !
Hier erscheint bald
die Fortsetzung mit den Themen:
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